Deutsch als Fremdsprache (DaF)

Zielgruppe:

Der Unterricht in Deutsch als Fremdsprache an der CBES-Lollar ist ein schulbegleitender Unterricht für junge Migranten, sogenannte UMF (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) und Kinder und Jugendliche, die aus familiären Gründen mit und ohne Eltern nach Deutschland kommen und noch vollzeitschulpflichtig sind. Sie werden als Seiteneinsteiger größtenteils während des laufenden Schuljahres, selten zu Beginn des Schuljahres in die Klassen aufgenommen.

Zurzeit gibt es im DaF-Bereich Schüler der Jahrgänge 5-12 in drei altersgemischten, internationalen Gruppen von je 15-16 Schülerinnen und Schülern.

Die Heterogenität der Schülergruppen in DaF bezieht sich nicht nur auf die Sprachkompetenz, sondern auch auf die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, Lebensbedingungen und Wertvorstellungen. Die Schülergruppen unterscheiden sich zudem durch den Aufenthaltsstatus und die Aufenthaltsdauer, das Vorwissen, die schulischen und außerschulischen Lernerfahrungen und den Entwicklungsstand in der Muttersprache.

 

Zielsetzung / Kompetenzen:

Das Ziel dieses Unterrichts ist es, durch intensive Förderung beim Erwerb der deutschen Sprache während der regulären allgemeinen Pflichtschulzeit den Jugendlichen eine schnelle Eingliederung in den Regelschulbetrieb zu ermöglichen.

Neben der bloßen Vermittlung von Sprachkenntnissen liegt besonderes Augenmerk auf der Entwicklung von sozialer und interkultureller Kompetenz. Die CBES schätzt die Vielfalt der kulturellen Eindrücke und Lebenserfahrungen, die die Seiteneinsteiger mitbringen, als Bereicherung! Die Chance, selbst neue Erfahrungen zu machen, trägt dazu bei, die Schüler auf ihrem Weg angemessen zu begleiten.

 

Inhalte und Methoden:

Das schulbezogene Förderkonzept der CBES beinhaltet die möglichst zügige sukzessive Integration der DaF-Schüler in die Regelklassen.

In der ersten Phase besuchen die Schülerinnen und Schüler in der Regel ausschließlich für ca. drei Monate den DaF-Unterricht. Dabei arbeiten sie hauptsächlich mit dem Lehrwerk „Das Neue Deutschmobil (Bd. 1-3)“. Dieses Lehrwerk liegt als Lehr- und Arbeitsbuch vor und zeichnet sich durch seine kleinschrittige Vorgehensweise aus, was ein weitgehend selbständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler ermöglicht. Neben Übungen zur Phonetik werden zudem anhand bestimmter Themen und Sprechsituationen Hör- und Leseverstehen sowie schriftlicher Ausdruck trainiert. Da rein formal vermittelte Grammatik für Kinder und Jugendliche weder motivierend noch einprägsam ist, führt „Das Neue Deutschmobil“ grammatische Strukturen in kommunikativen Kontexten ein, so dass Grammatik innerhalb der Lektionen selbstentdeckend gelernt werden kann. Zusätzlich werden je nach Wissensstand und Alter der Schüler auch weitere Lehrwerke, Unterrichtsmaterialien, Spiele und Lernangebote in Verbindung mit neuen Medien eingesetzt.

In der zweiten Phase des Integrationskonzepts der CBES beginnen die Schüler parallel zum DaF-Unterricht mit dem Besuch einiger Fächer des Regelunterrichts, zunächst vor allem Mathematik, Englisch, Sport und Kunst/Werken.

Dabei sollte sich das Verhältnis von DaF- und Klassenunterricht so entwickeln, dass nach maximal zwei Jahren die Integration in den Regelunterricht abgeschlossen ist. Hier liegt der Schwerpunkt auf sprachsensiblem Fachunterricht, der von einer starren inhaltlichen Umsetzung der Lehrpläne abweichen muss. Nicht abrufbares Wissen, sondern das Potenzial bzw. die Lernentwicklung des DaF- Schülers sollte dabei im Fokus der jeweiligen Fachlehrer stehen. Wegen der heterogenen Lernvoraussetzungen muss das Unterrichtskonzept offen und flexibel sein. Das erfordert eine enge Kooperation und Absprachen zwischen den betroffenen Fach- und DaF- Lehrern.

Von Vorteil für eine gelingende Integration an der CBES ist für die Schüler die Möglichkeit, zwischen den verschiedenen Schulzweigen angepasst an die jeweiligen Erfordernisse wechseln zu können. Das kann auch während des laufenden Halbjahres geschehen. So können die persönlichen Bedürfnisse und Lerngeschwindigkeiten der einzelnen Schüler optimal berücksichtigt werden.

Als weiterer Bestandteil des DaF-Unterrichts sind die Angebote Mathematik und Englisch zu nennen, die im Umfang von 3-4 Wochenstunden der Kompensation von Wissenslücken dienen.

 

Begleitende Maßnahmen:

Als begleitende Maßnahmen zum regulären DaF-Unterricht werden verschiedene Projekte („Sprachlichteru, Technik-Werkstatt) und Exkursionen (Zoobesuch, Hessenpark, Museum, Stadtbesichtigungen) angeboten. Dadurch wird den Schülerinnen und Schülern die Anwendung des erworbenen Wissens in Alltagssituationen ermöglicht.

Wünschenswert wäre die Einbindung von Schülern der gymnasialen Oberstufe als Paten insbesondere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF). Dadurch könnte eine beidseitige Stärkung der kulturellen Kompetenz erzielt werden, eventuell sogar durch entsprechende Implementierung in das Oberstufencurriculum.

 

Bilder aus dem Hessenpark:

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