Ahmad Mansour an der CBES

»Ehrenmorde passieren in Indien ungleich öfter«

mansourLollar/Staufenberg (skw). Gerade in von Männern dominierten Gesellschaften ist »Ehre« ein wichtiger Begriff. Doch was bedeutet Ehre? Dieser Frage gingen am Donnerstag Mitarbeiter der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) nach. Gemeinsam mit dem Berliner Diplom-Psychologen Ahmad Mansour erarbeiteten sie zum Thema »Ehrbegriff bei muslimischen Jugendlichen« Hintergründe - und klärten, warum der Begriff oft mit Gewalt und Unterdrückung in Verbindung gebracht wird. Finanziert wurde der Vortrag im Rahmen des Schulwettbewerbs Trialogs der Kulturen der Herbert-Quandt-Stifung.

Gerade bei der Begriffsklärung gelte es, aufmerksam zu sein, sagte Mansour: Begriffe wie »Ausländer oder Türken« seien problematisch, denn es handele es sich um Deutsche, die oftmals zusätzlich eine weitere Sprache sprechen könnten. Ehrenmorde, die oft mit dem Islam in Verbindung gebracht würden, passierten ungleich öfter in Indien, das kein islamisches Land sei. Wie viele Vorurteile Menschen insgeheim hätten, käme an dieser Stelle zum Vorschein. Daher sei es wichtig, sich der eigenen Denkweise bewusst zu werden.

Mansour weiß, wovon er redet. Er ist arabischer Israeli und hat in Berlin Psychologie studiert. Er ist auch mit dem Ehrbegriff aufgewachsen und kann nachvollziehen, wie die Jugendlichen denken. Oft sei es ein Teil ihrer Identität, und sie versuchten auf diesem Weg, sich und ihre Familien zu schützen. In Berlin arbeitet er in einem Projekt, das unter dem Leitspruch »gegen die Unterdrückung im Namen der Ehre« steht. Ein Umdenken sei wichtig, und hier könnten sich die Jugendlichen gegenseitig unterstützen. (Foto: skw)

(Gießener Allgemeine, 11. Juli 2015)

Clemens-Brentano-Europaschule

Die Clemens-Brentano-Europaschule behält ihren Namen - und zwar ohne die Zusätze »Lumdatal« oder gar »Lollar/Staufenberg/ Lumdatal«. Das hat der Kreistag beschlossen, nachdem dies mit den Schulgemeinden abgestimmt worden ist. Die CBES und die Gesamtschule Lumdatal werden einen Verbund bilden.

(Gießener Allgemeine, 11. Juli 2015)

Zum Abschied Programm aller Abschlussklassen

Zeugnisse in vollbesetzter Mensa / Stellvertretender Schulleiter Norbert Panz: Lebt euren Traum

abschluss2015 2LOLLAR (sl). Vollbesetzt war die Mensa der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) in Lollar, als nicht nur die 80 Schüler gekommen waren, um ihre Abschlusszeugnisse in Empfang zu nehmen; auch zahlreiche Eltern und Verwandte fanden sich unter den Besuchern. Die Eröffnung oblag dem stellvertretenden Schulleiter Norbert Panz, der feststellte, „dass es manchmal ein steiniger Weg war, um dahin zu kommen, wo ihr heute seid“. Er riet den Jugendlichen, die Herausforderungen im beginnenden neuen Lebensabschnitt anzunehmen.

Dabei sollten sie nicht Egoismus zu ihrem Lebensprinzip machen, sondern soziales Verhalten und außerdem ihren Optimismus behalten. „Bleibt mutig, wenn etwas im ersten Anlauf nicht klappt, denn Umwege erweitern die Lebenserfahrung“, sagte Panz und auch: „Geld und Karriere ist nicht alles im Leben“. Beides sei oft nicht abhängig vom Zeugnis, sondern von der eigenen Persönlichkeitsentwicklung nach der Schule. Deshalb: „Lebt euren Traum.“ Er dankte den Klassenlehrern, und ein besonderer Dank galt Dagmar Lengler, der Leiterin des Realschulzweiges für ihre engagierte Arbeit hinsichtlich des gesamten Prüfungsverfahrens.

Dann hatte jede der drei Abschlussklassen etwas zum Programm beigesteuert: Die 10e zeigte eine Szene aus dem Englischunterricht, von der 10f kam der Musikbeitrag „Time of our li-ves“, und die 10g war mit dem Song „Lass uns gehen“ dabei.

Ehe es zur Zeugnisausgabe kam, wurde Sarah Metz von der 10f für ihre Leistungen im Fach Politik und Wirtschaft vom „Förderkreis für politische Bildung" ausgezeichnet. Sie hatte eine Präsentation zum Thema „Kinderarbeit in Indien“ erstellt.

Den Preis, ein Buch, überreichte Dagmar Lengler; gestiftet hatte es Rolf Steubing. Lengler freute sich, die Auszeichnung an die Schülerin überreichen zu dürfen. Dann erfolgte die Ausgabe der Zeugnisse, die mit der 10e begann. Deren Klassenlehrer Michael Stenzel betonte in seiner Dankesrede die große Hilfsbereitschaft, die die Klasse den Jugendlichen gegenüber an den Tag gelegt hatte, die mit der deutschen Sprache Schwierigkeiten hatten. „Alle halfen sich gegenseitig“, sagte er und „Es sind die guten Eigenschaften, die ihr gezeigt habt und die euch im Leben helfen werden“.

Die Abgänger der 10e: Bedil Aka, Di-yar Aka, Yasin Aktoprak, Julian Becker, Noah Joel Blonski, Michelle Na-dine Bolte, Ronja Braun, Mehmet Cihangir, Andre Pascal Debus, Lina-Tsu-kiko Dudlik, Fiona-Larissa Ellner, Melissa Ercan, Amalina Enoula Licher, Jasmin Maywald, Chayangkun Munla, Justin Ott, Julius Rabenau, Lorena Reif, Joshua Reuter, Marvin Schäfer, Mafer Sisamici, Kader Sogukoesme und Weber Tamira.

Sandra Reichert ist Klassenlehrerin der 10f. Sie überreichte die Abschlusszeugnisse an: Furkan Arslan, Miran Basak, Mathis Bischoff, Laura Marie Bolte, Tobias Dahl, Znar Erbek, Evelyn Frickel, Fabian-Maurice Fromke, Aaron Götz, Ariana Haensch, Erika Jordan, Annika Kamusella, Derja Karaca, Merxas Karaca, Izzet Kol, Sarah Metz, Tacdin Narman, Zajda Osmani, Anika Patzel, Jenny Renz , Diana Rudi, Johannes Schnaut, Ayhan Simsek, Enise Tekin, Betül Türksoy, Mevlüt-Orhun Ünal und Silke-Maria Wagner.

Von Helmut Hinrichs wurden die folgenden Schüler der 10g verabschiedet: Abdul Waleed Asalati, Alkan Aydogdu, Jan Brinkmann, Zeynep Buldsuk, Ahmet Caliskan, Silas Demmerle, Fabian Döll, Ferhat Erbek, Okan Ersentürk, Gürkan Gene, Tugce Gündüz, Dilara Güngör, Ufuk Güngör, Selami Kaya, Andre Pierre Post, Julia Rühl,Hilal Sagir, Emina Sahnali, Niklas Schramowski, Tim Schulze, Enrice Peter Schupp, Denise Simon, Bedia Turgut, Justus Lorenz Vogel, Dominik Walter, Mario Yu-musak, Nurcan Yüsün und Erik Zecher.

(Gießener Anzeiger, 11. Juli 2015)

»Egoismus nicht zum Lebensprinzip machen«

abschluss2015Lollar/Staufenberg (efo). Am Dienstag- und Mittwochabend sagten die Haupt-und Realschüler »ihrer« Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) Adieu. Zuerst wurden die Hauptschüler der neunten und zehnten Klassen verabschiedet, die in Zukunft eine weiterführende oder Berufsschule besuchen werden. Am nächsten Tag kam der Tag des Abschiedes für 82 Schüler des Realschulzweigs. Vön diesen haben 43 einen qualifizierten Realschulabschluss erhalten, 37 erreichten den mittleren Abschluss und zwei das Abgangszeugnis. 27 Jugendliche haben schon jetzt einen Lehrvertrag in der Tasche, 20 werden die gymnasiale Oberstufe besuchen, und die anderen gehen auf weiterführende Schulen.

In ihren Abschlussreden lobten die Schüler ihre Klassen- und Fachlehrer für deren Geduld, aber auch für die Unterstützung. Der stellvertretende Schulleiter Norbert Panz wies auf die Rahmenbedingungen hin, die die Schüler in ihrem »neuen Leben« beherzigen sollten: Sie sollten Herausforderungen im Leben annehmen und bestehen, nicht Egoismus zum Lebensprinzip machen, sondern soziales Verhalten sowie optimistisch sein, sich selbst mögen und annehmen. Die Schülerin Sarah Metz erhielt aus den Händen von Dagmar Lengler, der Leiterin des Realschulzweigs, ein Buchpräsent als Preis für die beste Präsentation zum Thema »Kinderarbeit in Indien« im Fach Politik und Wirtschaft.

Jede Klasse hatte für die Abschlussfeier einen Beitrag einstudiert. Als Erstes zeigte die Klasse RI Oe mit einem Augenzwinkern eine Szene aus dem Englischunterricht, wie er wohl in vielen Klassen stattfindet. Danach folgte ein musikalischer Beitrag der RIOf mit dem Titel »Good Riddance« von Green Day. Die Klasse RlOg trug den Song von Revolverheld »Lass uns gehen« vor. Im Anschluss daran wurden die Zeugnisse vergeben, ehe der Abend in den inoffiziellen Teil überging.

(Gießener Allgemeine, 10. Juli 2015)

Zwei Lollarer Landessieger

LWKunstStaatssekretär Ingmar Jung (rechts) hat die Sieger des Landeswettbewerbs „Jugend malt 2015" ausgezeichnet. Mehr als 2000 Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren haben sich 2015 mit dem Thema „Brücken bauen - Mauern überwinden" auseinandergesetzt In der Altersgruppe 9 bis 12 Jahre kommen mit Rita Oienberg und Luca Marie Bergmann-Franke zwei Gewinner aus Lollar (CBES).

Das Foto zeigt sie mit Landtagspräsident Norbert Kartmann (links). (red)/Foto: red

(Gießener Anzeiger, 09. Juli 2015)