»Egoismus nicht zum Lebensprinzip machen«

abschluss2015Lollar/Staufenberg (efo). Am Dienstag- und Mittwochabend sagten die Haupt-und Realschüler »ihrer« Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) Adieu. Zuerst wurden die Hauptschüler der neunten und zehnten Klassen verabschiedet, die in Zukunft eine weiterführende oder Berufsschule besuchen werden. Am nächsten Tag kam der Tag des Abschiedes für 82 Schüler des Realschulzweigs. Vön diesen haben 43 einen qualifizierten Realschulabschluss erhalten, 37 erreichten den mittleren Abschluss und zwei das Abgangszeugnis. 27 Jugendliche haben schon jetzt einen Lehrvertrag in der Tasche, 20 werden die gymnasiale Oberstufe besuchen, und die anderen gehen auf weiterführende Schulen.

In ihren Abschlussreden lobten die Schüler ihre Klassen- und Fachlehrer für deren Geduld, aber auch für die Unterstützung. Der stellvertretende Schulleiter Norbert Panz wies auf die Rahmenbedingungen hin, die die Schüler in ihrem »neuen Leben« beherzigen sollten: Sie sollten Herausforderungen im Leben annehmen und bestehen, nicht Egoismus zum Lebensprinzip machen, sondern soziales Verhalten sowie optimistisch sein, sich selbst mögen und annehmen. Die Schülerin Sarah Metz erhielt aus den Händen von Dagmar Lengler, der Leiterin des Realschulzweigs, ein Buchpräsent als Preis für die beste Präsentation zum Thema »Kinderarbeit in Indien« im Fach Politik und Wirtschaft.

Jede Klasse hatte für die Abschlussfeier einen Beitrag einstudiert. Als Erstes zeigte die Klasse RI Oe mit einem Augenzwinkern eine Szene aus dem Englischunterricht, wie er wohl in vielen Klassen stattfindet. Danach folgte ein musikalischer Beitrag der RIOf mit dem Titel »Good Riddance« von Green Day. Die Klasse RlOg trug den Song von Revolverheld »Lass uns gehen« vor. Im Anschluss daran wurden die Zeugnisse vergeben, ehe der Abend in den inoffiziellen Teil überging.

(Gießener Allgemeine, 10. Juli 2015)

Zwei Lollarer Landessieger

LWKunstStaatssekretär Ingmar Jung (rechts) hat die Sieger des Landeswettbewerbs „Jugend malt 2015" ausgezeichnet. Mehr als 2000 Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren haben sich 2015 mit dem Thema „Brücken bauen - Mauern überwinden" auseinandergesetzt In der Altersgruppe 9 bis 12 Jahre kommen mit Rita Oienberg und Luca Marie Bergmann-Franke zwei Gewinner aus Lollar (CBES).

Das Foto zeigt sie mit Landtagspräsident Norbert Kartmann (links). (red)/Foto: red

(Gießener Anzeiger, 09. Juli 2015)

Name ohne Ort

Clemens-Brentano-Europaschule beschlossen

KREIS GIESSEN (ae). Der Kreistag hat Ordnung in Lollar geschaffen. Im Mai war die Umbenennung der Clemens-Brentano-Europa-Schule von der Tagesordnung genommen worden, weil man vergessen hatte, erst einmal den Verbund der Allendorfer Gesamtschule Lumdatal mit der in Lollar zu beschließen. Das holte der Kreistag jetzt nach und konnte zur Namensvergabe schreiten. Vom Tisch war das Wortungetüm „Clemens-Brentano-Europa-schule/Lollar/Staufenberg/Lumdatal“.
Mit Clemens-Brentano-Europaschule Lumdatal“ war aber im Vorfeld die Lollarer Schulleitung nicht einverstanden. Lollar müsse in den Namenszug schon wegen der internationalen Partner. Und die Gesamtschule Lumdatal wollte nicht einfach aus dem Namen verschwinden. Im Kontakt mit den Schulleitern konnte Schuldezernentin Schmahl zur Sitzung einen allseits akzeptierten Vorschlag machen: „Clemens-Brentano-Europaschule“. Und so wurde es einstimmig beschlossen.

(Gießener Anzeiger, 08. Juli 2015)

CBES zweimal bei »Jugend malt« erfolgreich

Lollar/Staufenberg (pm). Großer Auftritt für Rita Olenberg und Luca Marie Bergmann-Franke von der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar/Staufenberg: Die beiden Schüler zählen beim Landeswettbewerb »Jugend malt 2015« zu den Siegern in der Altersgruppe neun bis zwölf Jahre: Staatssekretär Ingmar Jung zeichnete sie und andere Preisträger gestern in Wiesbaden aus. Mehr als 2000 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren hatten sich in diesem Jahr mit dem Thema »Brücken bauen - Mauern überwinden« auseinandergesetzt.

Der Landeswettbewerb fand in diesem Jahr zum 14. Mal statt. Die Jury hob hervor, dass sich vor allem die allgemeinbildenden Schulen sowie Jugendkunstschulen aus Hessen in den von der Kinder-Akademie Fulda konzipierten und organisierten Malwettbewerb eingebracht haben. »Das Ziel von Jugend malt ist die künstlerische Betätigung junger Menschen«, sagte Jung. Etwas mit den Händen zu gestalten und mit der Kunst zu leben, sei nicht einfach nur eine persönliche Bereicherung, sondern auch eine Anregung für Lernprozesse im Umgang mit historischen Vorbildern, mit der Umwelt und eben der eigenen Kreativität. »Wer als Kind nie bewusst mit Kunstformen fantasiereiche Gestaltungserfahrungen gemacht hat, versäumt Chancen zur Entwicklung der eigenen Kreativität«, betonte er. Eine Auswahl der prämierten Beiträge ist im September beim »Tag der offenen Tür« im Bundesrat in Berlin zu sehen.

(Gießener Allgemeine, 08. Juli 2015)

Wenn Theaterbesuch in Erstaufnahmeeinrichtung

In Clemens-Brentano-Europa-Schule Performance unter Wettbewerbsbeiträgen 2015

ff1a3LOLLAR/STAUFENBERG (keb). „Illumination“ ist das gemeinsame Werk des 11. Jahrgangs der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar. Die Inszenierungen sind ein Beitrag zum Schulwettbewerb „Trialog der Kulturen“ der Herbert-Quandt-Stiftung. Seit 2014 arbeiten zwei Kurse des darstellenden Spiels an der Realisierung von „Illumination“. Inhaltlich geht es um die Verständigung zwischen den abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam und um Flucht und Vertreibung.

Unter der Leitung von Katrin Hyllä hat sich eine Gruppe in performativer Form mit der Situation von Flüchtlingen in Erstaufnahmeeinrichtungen auseinandergesetzt. Die Gruppe hat nicht den Anspruch, eine reale Situation darzubieten. Die Darstellung basiert auf der Fantasie und will mit absurden Elementen aufmerksam machen und provozieren. Dies ist gelungen.

Die Besucher waren nicht informiert, dass sie am Donnerstagabend bei der Vorführung selbst in die Rolle eines Flüchtlings schlüpfen und das Prozedere eines Flüchtlings bei der Aufnahme, so wie die Performancegruppe sich dies vorstellt, durchlaufen. Zunächst stellten sich die Besucher auch „ordentlich deutsch“ an und zogen Nummern. Überfüllung,
große Hitze und enger Raum stressten aber zunehmend. Die Schüler/Sicherheitskräfte und Sachbearbeiter gaben barsche, unfreundliche Anweisungen.

Nachdem sich einige Besucher schon über diese Behandlung aufregen wollten, wurde langsam deutlich, dass sie sich schon mitten in der Performance befanden. „Ordentlich in der Schlange stehen, nicht reden, Handyverbot“ - all diese Kommandos wurden mehr als autoritär abgegeben. Von überall dröhnten Stimmen aus Lautsprechern, die in verschiedenen Sprachen etwas verlauten ließen -nur nicht auf Deutsch. Alle mussten Formulare ausfüllen, Fragen wurden nicht beantwortet - schnell musste alles gehen. Attraktive, schicke junge Mitarbeiterinnen trieben harsch zur Eile an und ließen keinen Zweifel daran, wer dort das Sagen hatte.

Wer das Formular aufgrund von Sprachproblemen - denn auch dieses war nicht deutsch - nicht beantworten konnte, dem wurde Dummheit unterstellt. Die Prozedur ging aber noch weiter: beim medizinischen Dienst fühlt man sich spätestens aussätzig und da die Waage 30 Kilogramm zuviel anzeigte, wurde jeder des Lügens beschuldigt.

Auch nachdem die Plätze in der Turnhalle zugeteilt worden war, gab es keine Ruhe. Die Reinigungskräfte
ließen keinen Zweifel daran, was sie von Ausländern hielten - und das in einem herrlichen sächsischen Dialekt.

Aufmüpfige „Flüchtlinge“, wie Schulleiterin Dr. Barbara Himmelsbach, wurden stringent mit Sicherheitskräften zur Ruhe gebracht. Gute Ideen, schauspielerisch erstklassig umgesetzt - insgesamt eine Inszenierung, die die deutsche „Willkommenskultur“ infrage stellt.

Der andere Kurs hat sich unter der Leitung von Christine Kraus von der biblischen Seite den Themen genähert. Die biblische Geschichte „Ruth in der Fremde“ inspirierte für den Umgang mit Flüchtlingen. Als Einstieg wurde die Aufnahme durch den Grundbesitzer Boas gewählt.

Die Schüler haben die Thematik in die heutige Zeit versetzt und zu einem kreativen Bühnenstück gestaltet. Die Problematik wurde exakt auf den Punkt gebracht und auch diese Gruppe überzeugte durch hervorragende Leistungen. Musikalisch untermalt wurde die Aufführung durch Stücke von Thomas Zwerina.

Zu Beginn der Aufführung bedauerten die Schüler sehr, dass die am Vortag in Lollar verunglückte Laura Adornato nicht mit „Frozen“ von Madonna auftreten konnte, gaben aber erleichtert bekannt, dass sie sich auf dem Weg der Besserung befände.

(Gießener Anzeiger, 04. Juli 2015)