Schüler kippen wegen Hitze um

Bundesjugendspiele in Lollar enden in einem Großeinsatz - Zehn Jugendliche im Krankenhaus

BJS2015 1Lollar (sha). Jede Menge Blaulicht, Dutzende Rettungskräfte, Notärzte und Sanitäter: Die Bundesjugendspiele der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) Lollar endeten am Mittwochmorgen abrupt - in einem Großeinsatz. Zehn Schülerinnen mussten wegen Kreislaufproblemen sicherheitshalber ins Krankenhaus gebracht werden. Der Grund: die Hitze. Viele Jugendliche hatten offenbar nicht genug getrunken.

Laut Polizei befanden sich rund 450 Schüler der Klassen 7 bis 10 auf dem Sportplatz am Rande der Kernstadt. Zwischen 8.30 und 9 Uhr wurde mit dem 800-Meter-Lauf begonnen. Zunächst sei eine Schülerin zusammengebrochen. Als kurz darauf ein weiteres Mädchen kollabierte, hätten die Lehrer den sportlichen Wettkampf sofort beendet und einen Krankenwagen gerufen, teilten Polizeibeamte mit. Im weiteren Verlauf klagten noch acht weitere Schülerinnen über Beschwerden und Unwohlsein. Zehn Rettungswagen eilten zum Lollarer Sportplatz. Dazu noch zwölf Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Lollar sowie Mitarbeiter der Notfallseelsorge. Insgesamt rund 70 Rettungskräfte versorgten die Betroffenen, kümmerten sich um herbeigeeilte Eltern und schickten die beschwerdefreien Schüler in den Schatten oder direkt nach Hause.

BJS2015 2Wie konnte es dazu kommen? Warum fanden die Bundesjugendspiele an einem Tag statt, an dem die Temperaturen laut Vorhersage die 30-Grad-Marke überschreiten sollten? Noch am Morgen seien die Bedingungen »normal« gewesen, unterstrich Andrej Keller, Leiter des Gymnasialzweiges der CBES, im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Temperatur sei mit 22 bis 24 Grad »okay« gewesen, und auch die Luftfeuchtigkeit habe sich »im grünen Bereich« befunden.

Um trotzdem auf Nummer sicher zu gehen, sei der 800-Meter-Lauf extra an den Beginn des Sportfestes gesetzt worden, erläuterte Keller. Außerdem habe die Schule kostenlos jede Menge Wasser und Bananen zur Verfügung gestellt. Mit einem Megafon hätten die Lehrer die Jugendlichen aufgefordert, ausreichend zu essen und zu trinken, berichtete Keller.

Vielleicht waren die Hitze und der zu geringe Wasserkonsum aber auch nicht die alleinigen Gründe: Keller berichtete von einer Theorie, die ein Notarzt vor Ort aufgestellt habe. Laut dem Mediziner waren viele der betroffenen Mädchen Zeugen der Tragödie, die sich am 1. Juli am Lollarer Waldschwimmbad ereignete: Damals war eine Autofahrerin in eine Menschenmenge gerast, ein 14-jähriges Mädchen starb (die GAZ berichtete). Der Notarzt habe vermutet, dass durch die vielen herbeigeeilten Rettungsfahrzeuge bei einigen Mädchen möglicherweise die Erinnerungen von damals wieder hochgekommen seien und so nach und nach immer weitere Schülerinnen Kreislaufbeschwerden erlitten.

Dr. Jörg Bremer, Leiter des Gesundheitsamtes beim Landkreis Gießen, sieht kein Fehlverhalten seitens der Schulleitung. Durch den frühen Start des Langstreckenlaufes sowie die bereitgestellte Verpflegung hätten die Verantwortlichen alles getan, um Kreislaufproblemen unter den Schülern vorzubeugen, betonte der Mediziner.

Keller schlägt dennoch vor, die Bundesjugendspiele bei einem späten Start der Sommerferien das nächste Mal in den September zu verlegen. Immerhin: Der 800-Meter-Lauf, der auch ein Spendenlauf zugunsten eines krebskranken Schülers war, erreichte seinen guten Zweck. Das Startgeld wurde vorab eingesammelt und die Spendenbereitschaft sei »sehr groß« gewesen, freute sich eine Lehrerin der CBES.

(Gießener Allgemeine, 23. Juli 2015)

Gemeinsame Sternstunden

Abschlussklassen der Gesamtschule Lumdatal verabschiedet

GSLAbschiedAllendorf/Lumda (skw). 60 Schüler der Gesamtschule Lumdatal (GSL) bekamen am Freitagabend ihre Abschlusszeugnisse im Bürgerhaus in der Kemstadt überreicht. Schulleiter Klaus-Dieter Gimbel zeigte sich stolz, dass von den vier Abschlussklassen alle Schüler den Abschluss geschafft haben.
Außerdem haben alle Schüler, die nun ihren Abschluss erworben haben, Ausbildungsstellen oder Plätze an weiterführenden Schulen.

In seiner Rede ging Gimbel noch einmal auf die abgewandte Schließung der GSL ein und sagte, dass die Verwaltungseinheit mit der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar/ Staufenberg beschlossen wurde. Die GSL werde nun langfristig bestehen bleiben wird. Es war Gimbels letzte Rede, die er an der GSL gehalten hat. Im Schulverbund übernimmt die GSL-Leitung Dr. Barbara Himmelsbach von der CBES. Gimbel wird Schulleiter der Gesamtschule Gleiberger Land.

Für die Schüler meldete sich Gina Lieh zu Wort. Sie sagte, nun beginne für alle der Emst des Lebens. Es wäre nicht wichtig, gute Leistungen für die Eltern zu erbringen, sondern viel mehr den eigenen Weg zu finden und auf die innere Stimme zu hören. Außerdem sprach sie ihre Hoffnung aus, dass Freundschaften auch über die Schulzeit hinaus bestehen bleiben würden. Iris Devynck-Jungk sagte fürs Lehrerkollegium, der Weg mit den Schülern sei zwar oft nicht einfach gewesen, es hätte aber für alle immer wieder Stemstunden gegeben. Sie hoffe, dass die
Schüler immer jemanden haben, der sie auf dem Weg über die rauen Steine stützt.

Heiter wurde es bei den Darbietungen der Klassen. In einem Sketch gab sich der Hausmeister als Lehrer aus und gab den Eltern Tipps, wie diese ihre Kinder erziehen sollten. Außerdem gab es eine Akustik-Performance, in der die Schüler zeigten, dass man nur mit Münzen und Stiften Musik machen kann. Eine Tanz- und Gesangseinlage gab’s zu den Rhythmen von »Wake me up« von Avicii. Für die musikalische Untermalung des Abends sorgte Milana Wisotzki am Klavier.

Als Höhepunkt des Abends wurden die Klassenbesten von Gimbel und Wolfgang Blume geehrt. Mandy Sattler aus der H9d, Michelle Hyl und Gina-Maria Lieh, beide aus der RlOc, Luca Rösser aus der GlOa und Tim Korbächer aus der Gl Ob wurden für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Sie bekamen zusätzlich zu ihren Zeugnissen und der Auszeichnung der Schule einen Buchgutschein überreicht.

(Gießener Allgemeine, 13. Juli 2015)

Ahmad Mansour an der CBES

»Ehrenmorde passieren in Indien ungleich öfter«

mansourLollar/Staufenberg (skw). Gerade in von Männern dominierten Gesellschaften ist »Ehre« ein wichtiger Begriff. Doch was bedeutet Ehre? Dieser Frage gingen am Donnerstag Mitarbeiter der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) nach. Gemeinsam mit dem Berliner Diplom-Psychologen Ahmad Mansour erarbeiteten sie zum Thema »Ehrbegriff bei muslimischen Jugendlichen« Hintergründe - und klärten, warum der Begriff oft mit Gewalt und Unterdrückung in Verbindung gebracht wird. Finanziert wurde der Vortrag im Rahmen des Schulwettbewerbs Trialogs der Kulturen der Herbert-Quandt-Stifung.

Gerade bei der Begriffsklärung gelte es, aufmerksam zu sein, sagte Mansour: Begriffe wie »Ausländer oder Türken« seien problematisch, denn es handele es sich um Deutsche, die oftmals zusätzlich eine weitere Sprache sprechen könnten. Ehrenmorde, die oft mit dem Islam in Verbindung gebracht würden, passierten ungleich öfter in Indien, das kein islamisches Land sei. Wie viele Vorurteile Menschen insgeheim hätten, käme an dieser Stelle zum Vorschein. Daher sei es wichtig, sich der eigenen Denkweise bewusst zu werden.

Mansour weiß, wovon er redet. Er ist arabischer Israeli und hat in Berlin Psychologie studiert. Er ist auch mit dem Ehrbegriff aufgewachsen und kann nachvollziehen, wie die Jugendlichen denken. Oft sei es ein Teil ihrer Identität, und sie versuchten auf diesem Weg, sich und ihre Familien zu schützen. In Berlin arbeitet er in einem Projekt, das unter dem Leitspruch »gegen die Unterdrückung im Namen der Ehre« steht. Ein Umdenken sei wichtig, und hier könnten sich die Jugendlichen gegenseitig unterstützen. (Foto: skw)

(Gießener Allgemeine, 11. Juli 2015)

Clemens-Brentano-Europaschule

Die Clemens-Brentano-Europaschule behält ihren Namen - und zwar ohne die Zusätze »Lumdatal« oder gar »Lollar/Staufenberg/ Lumdatal«. Das hat der Kreistag beschlossen, nachdem dies mit den Schulgemeinden abgestimmt worden ist. Die CBES und die Gesamtschule Lumdatal werden einen Verbund bilden.

(Gießener Allgemeine, 11. Juli 2015)

Zum Abschied Programm aller Abschlussklassen

Zeugnisse in vollbesetzter Mensa / Stellvertretender Schulleiter Norbert Panz: Lebt euren Traum

abschluss2015 2LOLLAR (sl). Vollbesetzt war die Mensa der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) in Lollar, als nicht nur die 80 Schüler gekommen waren, um ihre Abschlusszeugnisse in Empfang zu nehmen; auch zahlreiche Eltern und Verwandte fanden sich unter den Besuchern. Die Eröffnung oblag dem stellvertretenden Schulleiter Norbert Panz, der feststellte, „dass es manchmal ein steiniger Weg war, um dahin zu kommen, wo ihr heute seid“. Er riet den Jugendlichen, die Herausforderungen im beginnenden neuen Lebensabschnitt anzunehmen.

Dabei sollten sie nicht Egoismus zu ihrem Lebensprinzip machen, sondern soziales Verhalten und außerdem ihren Optimismus behalten. „Bleibt mutig, wenn etwas im ersten Anlauf nicht klappt, denn Umwege erweitern die Lebenserfahrung“, sagte Panz und auch: „Geld und Karriere ist nicht alles im Leben“. Beides sei oft nicht abhängig vom Zeugnis, sondern von der eigenen Persönlichkeitsentwicklung nach der Schule. Deshalb: „Lebt euren Traum.“ Er dankte den Klassenlehrern, und ein besonderer Dank galt Dagmar Lengler, der Leiterin des Realschulzweiges für ihre engagierte Arbeit hinsichtlich des gesamten Prüfungsverfahrens.

Dann hatte jede der drei Abschlussklassen etwas zum Programm beigesteuert: Die 10e zeigte eine Szene aus dem Englischunterricht, von der 10f kam der Musikbeitrag „Time of our li-ves“, und die 10g war mit dem Song „Lass uns gehen“ dabei.

Ehe es zur Zeugnisausgabe kam, wurde Sarah Metz von der 10f für ihre Leistungen im Fach Politik und Wirtschaft vom „Förderkreis für politische Bildung" ausgezeichnet. Sie hatte eine Präsentation zum Thema „Kinderarbeit in Indien“ erstellt.

Den Preis, ein Buch, überreichte Dagmar Lengler; gestiftet hatte es Rolf Steubing. Lengler freute sich, die Auszeichnung an die Schülerin überreichen zu dürfen. Dann erfolgte die Ausgabe der Zeugnisse, die mit der 10e begann. Deren Klassenlehrer Michael Stenzel betonte in seiner Dankesrede die große Hilfsbereitschaft, die die Klasse den Jugendlichen gegenüber an den Tag gelegt hatte, die mit der deutschen Sprache Schwierigkeiten hatten. „Alle halfen sich gegenseitig“, sagte er und „Es sind die guten Eigenschaften, die ihr gezeigt habt und die euch im Leben helfen werden“.

Die Abgänger der 10e: Bedil Aka, Di-yar Aka, Yasin Aktoprak, Julian Becker, Noah Joel Blonski, Michelle Na-dine Bolte, Ronja Braun, Mehmet Cihangir, Andre Pascal Debus, Lina-Tsu-kiko Dudlik, Fiona-Larissa Ellner, Melissa Ercan, Amalina Enoula Licher, Jasmin Maywald, Chayangkun Munla, Justin Ott, Julius Rabenau, Lorena Reif, Joshua Reuter, Marvin Schäfer, Mafer Sisamici, Kader Sogukoesme und Weber Tamira.

Sandra Reichert ist Klassenlehrerin der 10f. Sie überreichte die Abschlusszeugnisse an: Furkan Arslan, Miran Basak, Mathis Bischoff, Laura Marie Bolte, Tobias Dahl, Znar Erbek, Evelyn Frickel, Fabian-Maurice Fromke, Aaron Götz, Ariana Haensch, Erika Jordan, Annika Kamusella, Derja Karaca, Merxas Karaca, Izzet Kol, Sarah Metz, Tacdin Narman, Zajda Osmani, Anika Patzel, Jenny Renz , Diana Rudi, Johannes Schnaut, Ayhan Simsek, Enise Tekin, Betül Türksoy, Mevlüt-Orhun Ünal und Silke-Maria Wagner.

Von Helmut Hinrichs wurden die folgenden Schüler der 10g verabschiedet: Abdul Waleed Asalati, Alkan Aydogdu, Jan Brinkmann, Zeynep Buldsuk, Ahmet Caliskan, Silas Demmerle, Fabian Döll, Ferhat Erbek, Okan Ersentürk, Gürkan Gene, Tugce Gündüz, Dilara Güngör, Ufuk Güngör, Selami Kaya, Andre Pierre Post, Julia Rühl,Hilal Sagir, Emina Sahnali, Niklas Schramowski, Tim Schulze, Enrice Peter Schupp, Denise Simon, Bedia Turgut, Justus Lorenz Vogel, Dominik Walter, Mario Yu-musak, Nurcan Yüsün und Erik Zecher.

(Gießener Anzeiger, 11. Juli 2015)