Clemens-Brentano-Europaschule - Startseite

Arbeitsstelle Holocaustliteratur und Clemens-Brentano-Europaschule vereinbaren engere Zusammenarbeit

Professor Feuchert von der Universität Gießen und Lollarer Schulleiter Keller unterschreiben Kooperationsvertrag

Unterzeichnung KooperationsvertragAm 11. März unterschrieben der Schulleiter der Clemens-Brentano-Europaschule, Andrej Keller, und der Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur (AHL) an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Sascha Feuchert, einen gemeinsamen Kooperationsvertrag im Schulleitungszimmer.

Lehrkräfte der Fachschaften Geschichte und Deutsch der CBES sowie die Mitarbeiterin Anika Binsch des Lehrstuhls für die Erforschung der Literatur von Holocaustopfern nahmen an der feierlichen Signatur teil.

Mit diesem Kooperationsvertrag verbinden beide Partner eine Weiterentwicklung ihrer Bildungsarbeit. Durch den Blick auf Opferbiografien und Einzelschicksale sowie ihre literarischen Erzeugnisse soll der nationalsozialistische Zivilisationsbruch der industriellen Vernichtung von Millionen Menschen für Schülerinnen und Schüler auch in Zukunft fassbar bleiben. In Anbetracht der schnell abnehmenden Zahl an Zeitzeugen des Holocausts ist die Beschäftigung mit der „Literatur der Verfolgten“ eine Möglichkeit, das individuelle Leid sichtbarer zu machen, betonte Professor Feuchert.

Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und ganz Europa und der mörderischen Gewaltbereitschaft rechtsextremer Täter, wie nicht nur die Morde von Hanau auf schreckliche Weise demonstrierten, sehen die AHL und die CBES in dieser Form der Beschäftigung mit dem Holocaust eine besonders geeignete Form der Demokratieschulung junger Menschen. Schulleiter Andrej Keller betont deshalb, dass alle zivilgesellschaftlichen Akteure ihre Kräfte bündeln müssen, um die freiheitliche Demokratie mit ihren allgemeingültigen Grund- und Menschenrechten zu schützen. Die Lollarer Europaschule als Mitglied im Bündnis „Schulen ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und seit langen Jahren im Zirkel der UNESCO-Schulen tätig, besitze dabei eine besondere Verpflichtung.

Konkret vereinbaren die Kooperationspartner, dass Unterrichtseinheiten zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust in den Fächern Deutsch und Geschichte von Mitarbeitern der Forschungsstelle und Lehrkräften der CBES gemeinsam entwickelt werden. Auch sollen Fahrten von Schülergruppen zu Gedenkstätten, wie zum Beispiel zu Konzentrations- und Vernichtungslagern, von der AHL inhaltlich mit, vor- und nachbereitet werden. Damit können die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschungsarbeit der AHL einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.

Die CBES hat eine lange Tradition in der projekt- und produktorientierten Bearbeitung der Zeit des Nationalsozialismus. Bei der Verlegung der Stolpersteine in Staufenberg hatten Schülerinnen und Schüler maßgeblich die Biografien der 2011 und 2012 erinnerten Opfer durch mühevolle Archivarbeit miterforscht. Erst 2019 führten geschichtsinteressierte Schülerinnen und Schüler aus Lollar mit ihrer Partnerschule aus Krakau ein historisches Projekt in Polen durch. Im Rahmen des besonders geförderten Austauschprogramms „25 Jahre Schindlers Liste – deutsche und polnische Schüler auf den Spuren Oskar Schindlers in Krakau“ besuchten die Schüler dabei Auschwitz und weitere geschichtsträchtige Orte in und um Krakau herum.

Auch ist die CBES als Campusschule, einer vertraglich fixierten Verbindung von Schulen mit der Gießener Universität, besonders an der Zusammenarbeit mit der Universität interessiert. Durch die Zusammenarbeit erhofft sich Marie-Luise Schirra, in der Schulleitung der CBES zuständig für die literarischen und musischen Fächer, eine weitere Steigerung der Unterrichtsqualität an der Schule. Als erste Maßnahme der Kooperation werden interessierte Lehrkräfte der CBES von den Universitätsmitarbeitern eine Fortbildung erhalten.  Schirra setzt dabei auf einen fächerverbindenden Ansatz und damit auf die gegenseitige positive Beeinflussung von Geschichts- und Deutschunterricht. Die Zusammenarbeit zwischen AHL und CBES wird auch in Zukunft sicherlich so problemlos und harmonisch wie bisher verlaufen, da die Verantwortliche auf Seiten der Universität, Anika Binsch, schon als Abiturientin bei Frau Schirra die Schulbank drücken durfte.

Additional information