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Schindlers Liste bewegt Lollarer Schüler

Lollarer Oberstufenschüler der CBES sind eine Woche auf historischer Spurensuche im wunderschönen Krakau

k Abschied am Flughafen KrakauSieben Tage Krakau liegen hinter 7 Schülerinnen und 3 Schülern der Clemens-Brentano-Europaschule aus Lollar. Begleitet von den Geschichtskolleginnen Elzbieta Siemon und Maria Seiler sowie dem Schulleiter Andrej Keller waren die Oberstufenschüler auf einer schwierigen Reise in die deutsch - polnische Vergangenheit. Aber auch auf einer Reise in die Zukunft eines friedlichen, von Freundschaft geprägten Europas in einer der schönsten Städte Europas.

Bereits im Januar 2019 hatten Frau Siemon und Schulleiter Keller in Krakau mit der Schulleitung des 16. Lyzeums der Stadt Krakau eine Schulpartnerschaft angebahnt. Dabei wollten beide Schulen nicht einen bloßen Austausch, sondern sich gleichzeitig auch der historischen Arbeit vor Ort widmen. Schnell einigte man sich im winterlichen Krakau auf das Projekt „25 Jahre Schindlers Liste – deutsche und polnische Schüler auf historischer Spurensuche in Krakau“. In mehreren Sitzungen wurde ein anspruchsvolle aber höchst interessante Projektskizze entworfen. Dieses überzeugende Programm erhielt in der Folge auch eine besondere Unterstützung, da es vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk in das Sonderförderprogramm „Wege der Erinnerung“ aufgenommen wurde.

k Deportationswaggons in AuschwitzDie Umsetzung des Geplanten forderte im September 2019 den zehn Lollarer Schülerinnen und Schüler und ihren polnischen Austauschschülern dann einiges - emotional wie körperlich – ab. Alles überschattend war sicherlich der Besuch in Auschwitz - ein schwieriger Tag für alle Beteiligten. Erschüttert von der menschenverachtenden Brutalität des nationalsozialistischen Vernichtungssystems blieb vielen der Atem stocken. Schweigend und innerlich aufgewühlt verließ man z.B. die Gaskammern oder die Erschießungsstätten, an denen so viele ihr Leben lassen mussten. Dieser Tag an einem der dunkelsten Orte Europas hing vielen noch lange nach und wird es noch eine Weile tun. Auch sehr herausfordernd war der Besuch des Konzentrationslagers Plaszow. Vielen noch bekannt aus dem Spielberg Film „Schindlers Liste“. Hier trieb der sadistische SS-Mann Amon Göth als Lagerkommandant sein mörderisches Unwesen. Die aus dem Kinofilm berühmte Villa konnte man allerdings nur von außen anschauen, da sie mittlerweile frisch renoviert als privates Wohnhaus genutzt wird. Dies führte bei vielen der Schülern zu einem ungläubigen Kopfschütteln. Originale Filmschauplätze wurden ebenso in Oskar Schindlers Emaillenfabrik und im jüdischen Getto aufgesucht. In Gruppenarbeiten gestalteten die Schüler aus Lollar und Krakau gemeinsam Plakate, in denen sie sich gegenüber dem Film „Schindlers Liste“ sehr persönlich positionieren konnten.

Jüdische Integration und der Antisemitismus vor und nach dem Zweiten Weltkrieg standen bei weiteren Zeitzeugengesprächen oder beim Besuch der alten, in der Gegenwart leider nicht mehr genutzten Synagoge in der Innenstadt von Auschwitz im Mittelpunkt. Für die begleitenden Lehrer war es daneben sicherlich ein schönes Erlebnis, mit einer jüdischen Gemeinde den Schabbat feierlich und sehr fröhlich bei Gesang, Tanz und Wein einläuten zu dürfen.

Natürlich war man in Krakau nicht nur auf historischer Spurensuche – es ging auch darum Partnerschaften und Freundschaften zu knüpfen. So verbachte man viel Freizeit miteinander. Eine Gruppe von Lehrern und Schülern besuchte das berühmte Salzbergwerk in Wielicka. Das seit Jahrhunderten betriebene Salzbergwerk überzeugt durch viele aus dem Stein gehauene Kunstwerke. Überragend sicherlich der riesige Kirchensaal in hundert Meter Tiefe. Kein Wunder, dass das Salzbergwerk zu den ersten UNESCO-Weltkulturerbestätten gehört. Weiterhin ist Krakau eine architektonische Perle, ein echtes europäisches Highlight. Der Burgberg Wavel, der riesige mittelalterliche Marktplatz, die große Markthalle im Zentrum der Stadt und, und – Krakau ist eine Reise wert.

k Betroffenheit auf der Selektionsrampe in Auschwitz BirkenauAm Ende der Reise betonten die deutschen Schüler in einer gemeinsamen Feedbackrunde: Es war eine wunderbare, intensive und eindrucksvolle Reise. Alle zeigten sich überwältigt von der Gastfreundschaft, der Herzlichkeit der polnischen Gastgeber, die nichts ruhen ließen, um den deutschen Gästen ihre Wünsche zu erfüllen. Überwältigt waren alle auch von dem dichten und gehaltvollen Programm der polnischen Schule. Es war eine Woche voll schrecklicher deutsch-polnischer Geschichte, die aber eingerahmt war von viel Freundschaft und gemeinsamen Aktionen. So war es auch kein Wunder, dass bei deutschen und polnischen Schülern beim Abschied am Flughafen viele Tränen flossen.

Es wird aber ein Wiedersehen geben – Mitte Juni 2020 werden die polnischen Schüler des 16. Lyzeum im. Kamila Baczynskiego aus Krakau nach Lollar kommen. Dann wollen sich die beiden Gruppen mit dem Schicksal von Zwangsarbeitern in Mittelhessen, insbesondere polnischen Zwangsarbeitern, beschäftigen. Aber auch dann sollen neben der Geschichtsarbeit Spaß und Freundschaft im Mittelpunkt stehen. Allen Lollarer Beteiligten ist jedoch klar, es wird ein schwieriges Unterfangen mit dem intensiven Programm der Krakauer Gastschule und dieser wunderbaren Stadt Schritt zu halten.

Abschließend ist dem Deutsch Polnischen Jugendwerk und dem Landkreis Gießen zu danken. Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung dieser Partner wäre die Fahrt und das umfangreiche Programm nicht umzusetzen gewesen.

k Wunderschönes Krakau Marktplatz mit Tuchhalle

k Lollarer Schüler in Krakau

 

k Rampe von Auschwitz

k Ein gutes Lehrerteam in Krakau

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