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Klassenfindungsprojekt der fünften Gymnasialklassen

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Eine Abenteuerfahrt für die ganze Klasse erwartete die 5a, 5b und 5c in der vergangenen Woche. Wir reisten mit Sack und Pack mitten in den Weidenhäuser Wald. Dort galt es, die unterschiedlichsten Aufgaben im Team zu lösen. Aber auch der Spaßfaktor kam nicht zu kurz. Selbst die Unterbringung trug zum Abenteuer-Feeling bei: Acht Klassenkameraden wurden für zwei Tage in kleinen dänischen Holzhütten zu einer WG, in Mitten der Bäume.

Vor allem die Spaßspiele brachten die Kids zum Lachen. Sie verwandelten sich in Roboter, durften auch mal richtig laut sein, durch die Gegend flitzen, sich zum Clown machen – und mit dabei war immer die ganze Klasse, die nach und nach immer vertrauter wurde. In Erinnerung bleiben werden uns aber wohl vor allem die Aufgaben, die wir als Klassenteam meistern mussten. So besiegten wir am ersten Tag beispielsweise die brennende und schwingende Liane und konnten beim Wald-Taschenrechner-Spiel (das zum Glück gar nichts mit Rechnen zu tun hatte!) unsere eigene Bestzeit unterbieten. Schnell war klar, das schaffen wir nur im Team! Nach und nach zeigte sich ganz deutlich, dass jeder von uns bestimmte Stärken hat, die er einbringen kann. Manchmal braucht man aber auch Hilfe oder hat Angst und es ist völlig in Ordnung, das zu sagen. Andere helfen nämlich sehr gerne. Geschwind kamen die Kids auch auf die Idee, dass es gut ist, sich gemeinsam zu beratschlagen, alle Ideen anzuhören, sich zu zuhören und gut miteinander abzusprechen. Peu à peu entwickelte die Gruppe so völlig selbstständig allerhand Grundsätze, die ihnen für den Umgang miteinander in ihrer Klasse wichtig sind.

Am zweiten Tag unseres Abenteuertrips wurden die Klassen dann auf die Probe gestellt. Hatten wir am ersten Tag noch Mini-Aufgaben zu bewältigen, so eröffneten uns die Teamerinnen und Teamer am zweiten Tag, dass nun eine richtige Challenge auf dem Programm stünde. Zwei Teamerinnen erklärten beispielsweise:

Liebe Fünftklässler, in einem Meter Höhe ist ein dickes, langes Drahtseil im Zick-Zack von Baum zu Baum gespannt. Nun habt ihr die Aufgabe, von eurem Startpunkt aus ca. 50 Meter über das Drahtseil zu balancieren, ohne den Boden ein einziges Mal zu berühren. Natürlich ist die Aufgabe erst gelöst, wenn die ganze Klasse im Ziel ankommt.

k IMG 20171026 104026Wir staunten nicht schlecht, als wir das Seil sahen. Auch nach den ersten Gehversuchen erschien es allen zuerst unmöglich, die Aufgabe zu bewältigen. Allenfalls funktionierte, mit helfender Hand eines Mitschülers ein paar Meter über das Drahtseil zu balancieren. Doch wir fuchsten uns in die Aufgabe ein und beratschlagten uns: Wer kann besonders gut balancieren? Wie stellt man die Füße am besten auf das Seil? Wer hat Ideen, wie wir die Aufgabe lösen können? Es wurde überlegt, diskutiert, beratschlagt. Und schließlich war die Strategie gefunden: Gute Balancierer überquerten schwere Seilstrecken; Schüler-Ketten wurden auf dem Seil gebildet; man stützte und stabilisierte sich gegenseitig. Man entdeckte sogar die konzentrierte Stille als Gelingensfaktor. Stunden später waren alle erstaunt, dass wir im Team eine zunächst unbewältigbare Aufgabe lösen können. Und erst im anschließenden Reflektionsgespräch wurde allen so richtig bewusst, wie stolz sie auf sich sein dürfen. Die Klasse hat nicht nur einen Drahtseilakt erfolgreich abgeschlossen, sondern vor allem hat sie kooperiert, Absprachen getroffen und sich dabei völlig neu kennen und schätzen gelernt.

Dies ist nur ein kleiner Einblick in alle unsere Erlebnisse an zwei sehr ereignisreichen Tagen. Wir danken dem bsj Marburg e.V. (Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit), der in seiner Weidenhäuser Bildungseinrichtung ein so wertvolles Programm bietet. Wir haben einen faszinierenden außerschulischen Lernort entdeckt und nicht zuletzt haben wir uns selbst entdeckt – unsere Klassen haben sich in der Tat gefunden!

Isabelle Trautvetter

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